Iron Maiden Rock in Rio (in Lego)

Perfekte Kopie!

Hier das Original.

Zwischenraum Jam

Ein Jazz Jam in seiner vollen 13 minütigen Pracht. Entstanden zwischen Weihnachten und Neujahr bei mir im Zwischenraum. Simon am Piano und ich an der Gitarre.


Hier ein Bild vom Zwischenraum:Zwischenraum

Creative Commons Lizenzvertrag
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Anatomie einer Sammelkarte

Sammelkarten sind fester Bestandteil der Fußballfolklore. Mit Rahmen und Logo in Szene gesetzt, werden die abgebildeten Personen in einen Sport-Kosmos integriert, der über das eigentliche Spiel hinaus geht.

Vor einer Weile habe ich die Spielerinnen und Trainer des RFC im Portrait fotografiert. Dabei erinnerte ich mich, was für eine Faszination Fußballsammelkarten früher auf mich ausgestrahlt haben. Ich war als Kind nicht sportbegeistert, aber die Kombination von Portrait, Vereinslogo und bunter Gestaltung übte einen Reiz auf mich aus.

Aus Spaß fing ich also an, mit den RFC-Portraits zu experimentieren und eine Sammelkartenoptik zu erstellen. Eine solche Karte hat die immer gleichen Elemente:

  • Portrait des Sportlers / der Sportlerin
  • Name, Rückennummer, Vereinsname
  • Vereinslogo
  • Rahmen
  • Hintergrund

Mit GIMP habe ich dann Schicht um Schicht die Karte erstellt:

anatomie_sammelkarteUnd das Endergebnis (montiert mit Fotowall):

rfc_frauen_1314

JA! Ich habe etwas zu verbergen!

„Ich werde schon nicht in ihren privaten Nachrichten herumgucken, daran habe ich gar kein Interesse, oder haben Sie etwas zu verbergen?“

Mit diesem Satz, so die Schilderung von Andreas Baum, Vorsitzender der Piratenfraktion Berlin, verschaffte sich in der Nacht von Donnerstag auf Freitag ein Zivilpolizist Zugriff auf das Smartphone des Abgeordneten. Anlass war eine Überprüfung, ob das Gerät gestohlen sei. Das Angebot von Herrn Baum — von der Polizei auf dem Heimweg angehalten — gemeinsam die IMEI Nummer des Handys abzurufen, lehnte der Polizist ab. Er verschwand für eine halbe Stunde mit dem Smartphone in seinem Dienstfahrzeug.

„(…) oder haben sie etwas zu verbergen?“

In der jüngsten Zeit haben solche Worte wieder an Prominenz gewonnen. Die dahinter stehende Argumentation „Wer nichts zu befürchten hat, der hat auch nichts zu verbergen“ (vice versa) wird immer dann von oben herab gepredigt, wenn es um die Aufgabe von Privatheit gegenüber dem Staat und seinen Organen geht.

Es nervt mich, immer wieder den selben Dreck zu hören und ich denke, dass es Zeit wird mit diesen Worten Schluss zu machen und sie in die Mottenkiste sicherheitspolitischer Argumentationen zu schicken. Aber sie halten sich hartnäckig und werden auch bei überwältigendem Einspruch einfach stumpf wiederholt, wenn sie das nächste Mal gebraucht werden. Die Worte können verhandelt werde, sie können in ihren Konsequenzen diskutiert oder in der Logik angegriffen werden — es schlägt nichts an. Vielleicht hilft es ja, die Worte mit direkter Ehrlichkeit zu infiltrieren? Ein Bekenntnis:

JA! Ich habe etwas zu verbergen!

Liebe Leserin, lieber Leser:

Ich möchte nicht Fotos mit dir teilen, auf denen ich zu sehen bin, wie ich im Urlaub nackt in der Badewanne liege und billigen Sekt mit Badeschaum vermischt durch die Gegend pruste (ich bin mir nicht einmal sicher ob ich diese Information teilen möchte, aber hey, wichtig ist, dass ICH entscheide!). Ich möchte nicht, dass du siehst, wie viele Stunden ich in den letzten zwei Wochen in Skyrim verdaddelt habe oder wie viel Geld ich mir auf Ebay ein Rennrad habe kosten lassen. Ich möchte nicht mit dir teilen, welche Erkrankung ich in der letzten Zeit ergoogelt habe. Mein Handywecker und ich teilen uns das Geheimnis, wie lange ich in den Tag hinein döse. Ich habe eine Datei auf dem Computer, in die ich gelegentlich hineinschreibe, was mir der Tag so gebracht hat — vieles davon geht nur mich etwas an. Blöde Ideen oder Einfälle für Melodien und Songs summe ich konspirativ in mein Handy hinein und bete, dass mich niemand dabei hört (Hmmmmmm-hmmm- hm Hmmmmmmm-hm —Hmmmmm-hmmmm hm). Schonmal hinter dem Rücken schlecht über jemanden geredet, vielleicht sogar geschrieben? Ich kann mich da leider nicht ausnehmen und bin froh, liebe Leserin, lieber Leser, dich mit den Details nicht belasten zu müssen.

Wie viele Dinge hast du heute getan oder gedacht, die du problemlos mit deinen Eltern, deinen Kindern, allen Arbeitskollegen und Freunden und natürlich mit mir teilen würdest? Dürfen wir alle zuschauen, wenn du dein Geld verdienst? Wenn du mit deinem Partner streitest und einen Freund / eine Freundin um Rat fragst? Wenn du nach der Arbeit ein paar Bier trinkst und dich angeregt unterhältst oder wenn du versuchst einzuschlafen? Hast du was dagegen, wenn ich dir über die Schulter schaue, wenn du deine Mails schreibst oder im Netz unterwegs bist?

JA! Wir haben etwas zu verbergen!

Manches davon ist digital gespeichert. Manches wie-auch-immer in unserem Gehirn abgelegt. Was wir teilen wollen und mit wem definiert unsere persönliche Privatsphäre. Manche Menschen geben absichtlich viel über sich Preis, andere stören sich nicht dran, unabsichtlich viel über sich Preis zu geben, aber eine Person, die die Grenzen des Privaten so weit hinter sich gelassen hat, dass es ihr egal ist, ob ich jeden ihrer Schritte und Gedanken kenne, ist mir noch nicht begegnet.

JA! Ich habe etwas zu verbergen!

Und dies macht mich weder verdächtig noch kriminell. Geheimnis und Verbrechen nah beieinander zu sehen, macht aus jedem von uns Gewohnheitskriminelle. Gründe dafür, nicht jede eigene Regung öffentlich mitteilen zu wollen, gibt es viele. Es kann darum gehen einer Peinlichkeit aus dem Weg zu gehen, den sozialen Frieden im Freundeskreis zu bewahren oder sich vor Angriffen auf die eigene Person — die eigene Psyche — zu schützen. Kriminell ist das nicht — noch nicht einmal verdächtig. Vernünftig, das ist das Wort.

JA! Ich habe etwas zu verbergen, Du hast etwas zu verbergen, Wir haben etwas zu verbergen und — Schockschwerenot — sogar der Schutzmann, der ein geklautes Handy finden will, hat etwas zu verbergen. Jeden Tag, Tag für Tag, überall.

Wenn wir also gefragt werde, ob wir denn etwas zu verbergen hätten, dann kann die Antwort nur sein: Ja. Eine Menge.

… der Zivilfahnder hat dann die SMS doch heimlich im Wagen gelesen. Die Liste der zuletzt geöffneten Anwendungen gab Auskunft darüber. Das Handy war nicht gestohlen. Ist das nicht schön?

Fußballfotografie — das erste Jahr

Seit einem Jahr fotografiere ich die Heimspiele der Frauen vom RFC Rostock. In dieser Zeit habe ich ein paar Erfahrungen gesammelt, die ich hier festhalten möchte. Keine Profitipps, sondern lediglich die ersten Schritte, die ich im Bereich der Fußballfotografie gemacht habe.

rasen

Ausrüstung

Kamera

Meine Freundin besitzt die Canon 1000D und leiht mir diese Kamera für die Spiele. Wichtige Funktionen sind die schnelle Auswahl von ISO-Wert und Weißabgleich sowie die Möglichkeit mit Blendenpriorität zu fotografieren, Serienbilder zu machen, das Autofokus- und Belichtungsmessfeld selbst zu wählen und — ganz essentiell — die Aufnahme im Moment der Auslöserbetätigung zu machen, egal ob die Kamera mit der Fokussierung einverstanden ist oder nicht. Die Canon hat sich als sehr robust erwiesen und auch während Einsätzen im Regen keinerlei Probleme gemacht.

  • Einsteiger-Spiegelreflex mit Blendenpriorität und Option zum Sofortauslösen

Objektiv

Als Objektiv benutze ich ein Canon EF 3.5-4.5/70-210 USM Telezoom. Ich habe es gebraucht für 130 EUR bei Ebay ersteigert. Die Brennweite von 70mm bis 210mm ermöglicht es, bis auf ca. 35 Meter Entfernung Spielszenen einzufangen. Ab 20 Metern Entfernung ist es aber — gerade bei Zweikämpfen — notwendig, in der Nachbearbeitung einen Ausschnitt zu vergrößern, um ein füllendes Motiv zu erreichen. Bei Entfernungen ab 35 Metern werden die Bilder nach dem notwendigen Zuschnitt zu unscharf. Liegt das Spielgeschehen im Nahbereich bis 5 Meter, ist meist nicht mehr der ganze Körper abzubilden.

Das Objektiv fokussiert ausreichend schnell. Wenn die Bilder unscharf werden, so liegt es nicht an einen langsamen Autofokusmotor, sondern zumeist an einem falsch oder zu spät gesetzten Autofokuspunkt. Dies wird durch Übung besser.

Die Linse neigt bei starkem Zoom zu chromatischer Abberation gerade bei weißen oder hellen Trikotelementen. Wirklich störend wird diese aber nur, wenn das Motiv ohnehin zu weit weg ist.

  • 70-210 mm Telezoom mit schnellem Autofokus
  • sinnvolle Aufnahmen im Bereich von 5-35 Metern

Sonstiges

Auf dem Objektiv ist ein UV Filter geschraubt — hauptsächlich, da dieser leichter zu reinigen ist, als die Linse selbst.

An sonnigen Tagen verwende ich eine Streulichtblende, um weiße Schleier oder Linsenreflektionen durch seitlich einfallendes Licht zu vermeiden.

Wichtig ist eine gute Speicherkarte. Während der vergangenen Saison haben zwei Karten Probleme bereitet. Das erste Mal gingen alle Bilder verloren und das zweite Mal konnte ich sie nur unter großem Aufwand auf den Computer kopieren. Mit einer Panasonic Gold 4 GB SD-Karte hatte ich bislang keine Probleme, aber ich nehme jetzt trotzdem immer eine Ersatzkarte mit.

4 GB reichen bei der Canon 1000D um 709 JPEG-Bilder in hoher Qualität aufzunehmen. Während eines Spiels mache ich 400 bis 600 Bilder.

  • gute Speicherkarten reduzieren Datenverlust
  • Streulichtblende an sonnigen Tagen

Fototechnik

An der Kamera

Der Akku sollte geladen und die Speicherkarte leer sein. Ich lasse die Karte von der Kamera formatieren um sicherzugehen, dass diese auch gelesen und beschrieben werden kann. Als Bildformat stelle ich JPEG in der höchsten Qualitätsstufe ein. Alternativ steht RAW zur Verfügung. Da dieses aber die Serienbildfunktion ausbremst und ich aus Zeitdruck von den erweiterten Möglichkeiten bei der Nachbearbeitung einer RAW Datei nicht Gebrauch mache, verzichte ich darauf.

Von Spiel zu Spiel fest eingestellt bleiben die Blendenpriorität, der Blendenwert, das Belichtungsfeld, der Autofokusmodus, der Autofokussensor und die Serienbildfunktion.

Für ein gutes Foto ist die Konzentration auf das wesentliche Bildgeschehen wichtig. Ein Stilmittel um dieses zu erreichen, ist ein scharfes Motiv vor einem unscharfen Hintergrund. Durch diesen Schärfekontrast wird das Motiv vom Hintergrund gelöst und zieht die Aufmerksamkeit auf sich. Erreicht wird dieser Effekt durch eine weit geöffnete Blende bei Belichtung. Wie weit die Blendenöffnung ist, legt die Blendenzahl fest. Je kleiner diese ist, desto weiter öffnet sich die Blende und desto geringer wird die Tiefenschärfe der Aufnahme.

Effekt weit offener Blende

Effekt weit offener Blende

Um den Effekt einer weit offenen Blende konstant zu haben, stelle ich die Kamera auf den Modus der Blendenpriorität (auch Zeitautomatik oder Blendenvorwahl). Dieser ist mit AV (aperature value) am Wahlrad der Kamera gekennzeichnet. In diesem Modus berechnet die Kamera zu einem fest vorgegebenen Blendenwert die passende Belichtungszeit. Im Idealfall sind die Bilder so gleichmäßig belichtet und haben den Effekt geringer Tiefenschärfe.

Als Blendenzahl wähle ich 4.5. Einerseits bleibt so noch etwas Tiefenschärfe übrig, um ein nicht ganz optimal fokussierte Bilder noch scharf erscheinen zu lassen, andererseits kann mein Objektiv geringere Blendenwerte nicht über die gesamte Brennweite (Zoomstufen) beibehalten.

Den Autofokus richtig zu verwenden braucht etwas Übung. Ich stelle die Kamera so ein, dass ich die maximale Kontrolle darüber habe, was der Autofokus scharf stellt und was nicht. Ich verwende den zentralen Autofokussensor. Auf diese Weise werden nur Objekte in der Mitte des Bildes scharfgestellt. Der Autofokus wird nicht abgelenkt von Spielerinnen oder Objekten am Rande des Bildes. Da mit dieser Methode das Spielgeschehen immer in der Mitte des Bildes ist, gebe ich der Kamera vor, die Belichtungsmessung ebenfalls vorrangig an der Bildmitte zu ermitteln (center-weighted-average). Die Spielerinnen sollen optimal belichtet sein, nicht der Hintergrund oder die helle Hausfassade am Bildrand. Um die Gefahr von falschen Fokussierungen weiter zu reduzieren, stelle ich die Kamera so ein, dass ich getrennte Tasten für Auslöser und Autofokus habe. So kann ich den Finger von der Fokustaste nehmen, wenn ich mit der Schärfe zufrieden bin und laufe nicht Gefahr, dass beim Auslösen fälschlicherweise neu fokussiert wird. Je dunkler es draußen wird (später Sommer, Herbst, Spiele am Abend), desto schwieriger wird es, mit dem Autofokus richtig scharf zu stellen. Ich rechne an solchen Tagen mit mehr Ausschuss.

Durch die Methode der Fokussierung in der Bildmitte entstehen die immer gleichen Bildkompositionen. Das wird schnell langweilig. In der Nachbearbeitung kann aber ein anderer Ausschnitt festgelegt werden.

Ganz essentiell für die Fotografie schneller Sportszenen ist, dass die Kamera sofort auslöst, wenn ich den Auslöser betätige. Im normalen Modus, macht die Canon das Bild erst, wenn die Fokussierung (aus Sicht der Kamera) stimmt. So können je nach Situation Sekunden zwischen Druck auf den Auslöser und Belichtung vergehen. Der Autofokusmodus AI-Servo schaltet dieses Verhalten ab. Darüber hinaus soll es damit möglich sein, sich bewegende Objekte kontinuierlich im Fokus zu behalten. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass das nicht sehr gut funktioniert und fokussiere selbst in kurzen Abständen immer wieder nach.

Mit der Serienbildfunktion werden so lange Bilder geschossen, wie der Auslöser durchgedrückt wird — praktisch für Zweikämpfe.

Wenn ich auf dem Platz ankomme, überlege ich immer erst, welchen ISO-Wert und welchen Modus für den Weißabgleich ich verwenden soll. Beides hängt von dem vorhandenem Licht ab. Der ISO-Wert richtet sich nach der Menge des Lichtes und der Weißabgleich nach der Art des Lichtes.

Ein hoher ISO-Wert entspricht einer hohen Lichtempfindlichkeit des Sensors, also einer geringeren Belichtungszeit. Für Sportaufnahmen sind geringe Belichtungszeiten wichtig. Ich strebe Zeiten kürzer als 1/500 Sekunde an. Im Frühjahr und Sommer ist das am Tage kein Problem. Je nachdem ob der Himmel bewölkt oder frei ist, stelle ich ISO 400 oder 800 ein. Bei Spielen am Abend oder im Herbst/Winter kommt die Kamera mit einer maximalen Empfindlichkeit von ISO 1600 an ihre Grenzen. Die Belichtungszeit wird deutlich länger als 1/500 Sekunde und während des Sonnenuntergangs ist auch mit Kunstlicht auf dem Platz nicht mehr sinnvoll zu fotografieren. Die guten Bilder müssen dann also in der ersten Halbzeit entstehen.

Wechselt die Lichtmenge während des Spiels, muss der ISO-Wert eventuell angepasst werden. Ziel ist eine einigermaßen konstante Belichtungszeit. Zwischendurch und nach Anpassen der ISO-Zahl überprüfe ich die Bilder optisch darauf, ob sie einheitlich belichtet sind. Auf die automatische ISO-Wahl verzichte ich, da sie im Ergebnis sehr launisch sein kann.

Richtig eingesetzt sorgt der Weißabgleich für natürliche Farben. Falsch eingesetzt kann man sich die Bilder mit einem deutlichen Farbstich versehen. Sonnenlicht, durch Wolken gefiltertes Licht, Licht von Halogenlampen und Licht von Glühbirnen hat jeweils eine andere Farbtemperatur (Farbe). Wenn die Kamera etwas über die vorherrschende Lichtfarbe am Aufnahmeort weiß, kann sie Farbstiche ausgleichen. Für häufig wechselnde Lichtsituationen während des Spiels (Wechsel Wolke/Sonne) verlasse ich mich auf den automatischen Weißabgleich. Ist eine konstante Lichtstimmung vorhanden, so wähle ich das entsprechende Programm an der Kamera aus. Auch hier kontrolliere ich die Aufnahmen optisch nach einem Wechsel der Einstellung um nicht unangenehm überrascht zu werden.

  • Blendenpriorität mit geringer Blendenzahl um Objekt vom Hintergrund zu lösen
  • Autofokus nicht von der Kamera kontrollieren lassen — Aufnahme muss sofort nach Auslösen gemacht werden (Canon: AI-Servo)
  • mittleren Fokuspunkt verwenden um Fehlfokussierungen zu vermeiden…
  • …dann aber auch die Belichtungsmessung an der Bildmitte orientieren
  • getrennte Tasten für Fokussieren und Auslösen geben noch mehr Kontrolle über den Autofokus
  • ISO und Weißabgleich führen manuell eingestellt zu berechenbaren Ergebnissen
  • Belichtungszeit <= 1/500 anstreben

An dem Spielfeld

Positionierung

Ich bin meistens alleine für die Fotos verantwortlich und als Fan natürlich auch nicht neutral, was die Motive angeht. Die eigene Mannschaft soll im Fokus der Aufnahmen stehen. Beides hat Auswirkungen darauf, von wo ich fotografiere.

Arbeitsbereich Canon EF 3.5-4.5/70-210 USM Telezoom, Radius 5-30 m

Arbeitsbereich Canon EF 3.5-4.5/70-210 USM Telezoom, Radius 5-30 m

Mein Objektiv hat keine hohe Brennweite, daher gehe ich sehr dicht an den Spielfeldrand heran, um nah am Geschehen zu sein. Da zumeist ohne Linienrichter gespielt wird, ist dies kein Problem. Aufnahmen von Rückennummern will niemand sehen, ich hocke mich also den größten Teil der Zeit an den Rand der gegnerischen Spielfeldhälfte. Die eigenen Spielerinnen sind dieser Hälfte mit dem Gesicht zugewandt und bewegen sich bei einem Angriff auf die Kamera zu, anstatt von ihr weg. Dabei bieten verschiedene Positionen im gegnerischen Lager unterschiedliche Motive. Hinter der Torlinie lassen sich viele Zweikämpfe zwischen Sturm und Abwehr einfangen. Die letzten dramatischen Meter vor dem Torschuss sind gut festzuhalten. Um Szenen vor dem Tor einzufangen (Ecken, Freistöße, Elfmeter) und dabei Tor, Torhüterin und Spielerinnen in Beziehung zueinander zu setzen, nutze ich das erste Drittel der Seitenlinie. Auch können von hier aus Aktionen im Mittelfeld festgehalten werden. Auf Höhe der Mittellinie kann die eigene Abwehr vermehrt fotografiert werden. Vom letzten drittel der Seitenlinie aus, bekomme ich Bilder von unserer Torhüterin.

Von der Seitenlinie

Von der Seitenlinie

Von der Seitenlinie

Von der Seitenlinie

Von der Seitenlinie

Von der Seitenlinie

Es geht im Amateurbereich nicht darum, Bilder von einigen Stars zu machen und an Medien zu verkaufen. Wichtig ist, der eigenen Mannschaft ein Andenken an das Spiel zu schaffen. Hiervon soll niemand ausgeschlossen sein. Es zählt für mich also nicht nur die Qualität der Aufnahme, sondern auch die Frage, ob ich von der jeweiligen Spielerin schon ein Bild habe. Um von möglichst allen Teilen der Mannschaft Aufnahmen zu bekommen, gehe ich in einer Halbzeit verschiedene Positionen an der gegnerischen Spielfeldhälfte ab. Die genaue Positionierung hängt dabei aber sowohl vom Sonnenstand, wie auch vom Spielgeschehen ab. Steht die Sonne hoch, fotografiere ich von beiden Seitenlinien aus. Steht die Sonne tief, so verbietet starkes Gegenlicht die Nutzung beider Seiten. Da nach der Halbzeit die Tore getauscht werden, ist es trotzdem möglich alle Spielpositionen zu fotografieren. Wenn mein Verein sich mal spielerisch zurückhält, verbringe ich mehr Zeit an der Mittellinie — wenn es ganz schlimm kommt, auch mal in der eigenen Hälfte. Umgekehrt bieten sich an guten Tagen an der Seitenlinie der Gegner die meisten Gelegenheiten ein gutes Bild zu bekommen. Die Seitenlinie ist dabei flexibler als die Torlinie, da sowohl Mittelfeld, Sturm und Standardsituationen im Blickfeld sind, während sich die Hintertorperspektive auf spannende Angriffe beschränkt. Um von der eigenen Torhüterin ein Bild zu bekommen, verbringe ich auch an sehr glücklichen Tagen eine Weile an der Seitenlinie der eigenen Hälfte. Zeitlich gilt es hier einen Trade-Off zu finden zwischen Bildern, die mir in der Zeit entgehen und Bildern, die ich noch dringend brauche.

Hinter der Torlinie

Hinter der Torlinie

Hinter der Torlinie

Hinter der Torlinie

Von manchen Spielerinnen bekommt man überproportional viele gute Bilder, sei es weil sie die vollen 90 Minuten auf dem Platz sind, oder weil sie eine sehr aktive Rolle einnehmen und demnach in viele Aktionen verwickelt sind. Typischerweise sind das Positionen im Sturm und im offensiven Mittelfeld. Wenn mein Soll an Aufnahmen von diesen Spielerinnen erfüllt ist, kümmere ich mich vorrangig um andere Teile der Mannschaft.

Perspektive aus der Hocke

Perspektive aus der Hocke

Meistens schieße ich aus der Hocke. Je näher das Spielgeschehen kommt, desto stärker bildet sich dabei eine Froschperspektive heraus, die ein bisschen Drama hinzufügt.

  • Gesichter, keine Rücken -> an die gegnerische Seite stellen
  • Torlinie: Sturm. Seitenlinie: Sturm, Mittelfeld, Standardsituationen. Mittellinie: Mittelfeld, Abwehr
  • auf Gegenlicht achten
  • möglichst alles Spielerinnen/Positionen fotografieren

Fokussieren und Auslösen

Solange sich der Ball in einem Abstand befindet, in dem ich ein Foto machen kann, verfolge ich ihn durch das Objektiv. Sind Spielerinnen am Ball, so fokussiere ich auf diese und drücke ab, sobald nur die Chance auf ein gutes Motiv besteht. Ich gehe großzügig mit den Bildern um. Gerade am Anfang spielt Zufall eine große Rolle und 90 Prozent Ausschuss sind kein Problem, sofern man 400 Bilder gemacht hat. Wird der Ball hoch geschossen, so versuche ich zu schätzen, wo er aufkommt und fokussiere auf diesen Bereich. Zu Szenen, bei denen klar ist, dass gleich etwas spannendes passiert, lohnt sich eine schnelle Serienbildfunktion und den richtigen Moment einzufangen. Die Canon 1000D bietet hier nur 3 Bilder pro Sekunde. Es ist hier also häufig besser, den richtigen Moment zum Auslösen selbst zu schätzen, als darauf zu vertrauen, das die Serienbildfunktion im richtigen Moment auslöst. Bei anhaltenden Zweikämpfen aber, halte ich den Auslöser durchgedrückt, da hier der richtige Moment sehr spontan und zufällig kommen kann.

  • Ball im Fokus behalten
  • nicht an Bildern sparen

Sei kein Arsch

Respekt ist relevant auf allen Positionen des Platzes. Grundsätzlich geht es einfach darum, sich auch beim Fußball nicht wie ein Arsch zu verhalten, auch wenn manche das Stadion ja als einen Ort der Katharsis durch Hirnscheiße begreifen.

Ich versuche nicht im Weg zu stehen. Es geht zuallererst um Fußball, nicht um die Bilder. Genug Koordination um den Ball ein paar Meter zurück zu schießen, wenn er bei mir im Aus landet, habe ich mittlerweile auch. Auch möchte ich nicht, das jemand ein Objektiv auf mich hält, wenn ich Schmerzen habe und am Boden liege. Folglich halte ich bei solchen Momenten nicht drauf.

  • sei kein Arsch

Nachbearbeitung

Auswahl

Bei 600 Bildern kann man nicht viel Zeit mit der einzelnen Aufnahme verbringen, wenn eine gute Auswahl schnell abgegeben werden soll. Ein schneller Workflow ist mir hier wichtig. Das beginnt mit dem Aussortieren von Aufnahmen.

Ich arbeite mit Ubuntu Linux. Der native Bildbetrachter (GNOME Image Viewer) lässt mich mit einem Druck auf die Tastatur zum nächsten Bild gehen oder ein Bild löschen. Mehr ist nicht notwendig um schnell die schlechten Aufnahmen wegzuschmeißen. Ich lösche bei der ersten Durchsicht alles, was unannehmbar unscharf oder offensichtlich schlecht ist. Beim nächsten Durchschauen habe ich schon ein Gefühl für die Ausbeute des Tages und lösche die langweiligen Fotos. Wenn ich von der selben Spielsituation mehrere Bilder hintereinander habe, lasse ich nur das beste übrig. In einem letzten Schritt benenne ich die Dateien nach den abgebildeten Spielerinnen und wähle noch einmal die besten Fotos von jenen Sportlerinnen aus, die bislang überrepräsentiert sind. Übrig bleiben meist um die 20 Fotos, die alle Teile der Mannschaft abdecken sollten.

  • in mehreren Durchgängen schlechte Bilder aussortieren
  • nicht wenige Spielerinnen stark überrepräsentieren
  • einfacher Bildbetrachter mit Tastatursteuerung reicht

Bearbeitung

Den Zuschnitt der Bilder erledige ich im ebenfalls freien Shotwell Photo Viewer. Dieser ermöglicht es, schnell von Bild zu Bild zu springen und ebenso schnell zu speichern. Ich muss die Fotos also nicht (wie in GIMP) einzeln laden. Meistens schneide ich ca. 15 Prozent des ursprünglichen Bildes weg, um näher an das Geschehen zu kommen. Wichtig ist ein guter Kompromiss zwischen Nähe und Schärfe. Habe ich die Kamera etwas schief gehalten, korrigiere ich das auch. Der Ball sollte nach dem Zuschnitt nicht verloren sein (er sollte auch vorher schon Teil des Bildes sein). Zum Fußballspiel gehört der Ball und fehlt dieser, so wirkt auch die beste Actionszene etwas deplatziert.

Mit Ball wär's schöner

Mit Ball wär’s schöner…

Ich schneide immer im selben Seitenverhältnis. Das beschränkt zwar in der Gestaltung, sorgt aber für ein einheitliches Erscheinungsbild und das leichte Ausdrucken der Bilder. Eine Farbkorrektur nehme ich nur vor, wenn das Bild einen großen Wert hat. Für gewöhnlich schmeiße ich Bilder, die farblich aus der Reihe fallen vorher schon raus. Neben dem Zeitgewinn möchte ich einfach nicht das Risiko eingehen, die natürlichen Farben zu zerstören — etwas das ohne einen gut eingestellten Monitor leicht passieren kann.

Zuletzt schärfe ich die Bilder leicht nach und erhöhe den Kontrast etwas, versehe sie mit Logo und meinem Namen und speichere sie in der facebookfreundlichen Auflösung von 1024×682 in JPEG mit dem Aufnahmezeitpunkt als Dateinamen (Vorsicht, wenn zwei Bilder in der selben Sekunde aufgenommen wurden). Der Vorteil der geringeren Auflösung liegt nicht nur im Sparen von Speicherplatz, sondern auch im subjektiv höheren Schärfegrad aufgrund der kleineren Darstellung. Damit ich die Aktionen nicht für jedes Bild einzeln ausführen muss verwende ich mit Phatch ein Batch-Programm.

  • manuelles Beschneiden
  • automatisches Nachschärfen, Skalieren und Taggen
  • kleiner dargestellte Bilder (geringere Auflösung) wirken subjektiv schärfer
...manchmal geht's aber auch ohne

…manchmal geht’s aber auch ohne

Alle Bilder (c) Jonas Richter-Dumke 2013.

Commander Keen Performance Issues on Dosbox/Steam

Commander Keen. Great game, but with performance issues since I transitioned from Windows 7 to 8: Sluggish motion, stuttering sound…

Solution:

  1. Open the Dosbox .conf files for the game with a text editor. When you bought Keen on Steam the path reads as follows for the fourth game in the series: ...\Steam\SteamApps\common\Commander Keen\base4\keen4.conf
  2. Change the entry output in section sdl to openglnb

I havn’t had any luck with ddraw as output renderer, but with openglnb everything is running smooth.

This is how the sdl section in the .conf should look like after the change:

[sdl]

fullscreen=true
fulldouble=true
fullresolution=800x600
windowresolution=original
output=openglnb
autolock=true
sensitivity=500
waitonerror=true
priority=higher,normal
mapperfile=mapper.txt
usescancodes=false

You will have to to this for every Keen game separately.

Blame!

Mein Freund Hannes hat mich neulich gefragt, ob ich nicht eine Tanzimprovisation von ihm vertonen möchte…

Ja.

Das ist das erste Mal, dass ich Musik zu Bewegungen gemacht habe und es war spannend zu erfahren, wie schnell beides ineinandergreift, wenn man nur einen kleinen Anstoß gibt.

Hannes studiert Tanz in Berlin und ist in der Tanztangente aktiv. Die Wandprojektion im Video zeigt Ausschnitte aus „Blame!„, einem Anime von Tsutomu Nihei.

Ich habe das Stück innerhalb von 24 Stunden produziert. Die Sounds nahm ich tagsüber auf, arrangiert und gemischt habe ich in der Nacht. Eigentlich aus Prokrastination entstanden, war diese Vorgehensweise vielleicht ganz gut, um nicht zu verkopft zu werden und ein bisschen Improvisationskultur zu behalten.